Qualität

Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die standardmäßig verwendeten Materialien und deren Eigenschaften. Weiterführende technische Spezifikationen finden Sie in unserem Katalog.

Metalle

Ob Stahl, schweißbarer Stahl oder Edelstahl – Silver Dynamics bietet Rohrverschraubungen und Verbindungselemente in unterschiedlichen Materialqualitäten für verschiedenste Anforderungen und Einsatzbereiche. Neben den bewährten Standardwerkstoffen sind zahlreiche alternative Legierungen sowie Sonderausführungen erhältlich. Weitere Materialien wie Aluminium oder Messing sind auf Anfrage verfügbar.

Stahl

Standard:
11SMnPb30
C45

Alternativen:
11SMnPb30+C
11SMn30
11SMn30+C

Stahl (Schweißbar)

Standard:
S355JR
C20

Alternativen:
S235
C15
C25
C30

Edelstahl (V4A)

Standard:
1.4571
AISI 316Ti

Alternativen:
1.4404
AISI 316L

Edelstahl (V2A)

Standard:
1.4301
AISI 304

Alternativen:
1.4307
AISI 304L

Weichdichtungen

NBR (Nitrilkautschuk)

NBR (Nitrilkautschuk) ist ein häufig eingesetzter Elastomerwerkstoff für Dichtungen und wird bei Rohrverschraubungen aus Stahl standardmäßig aufgrund seiner guten Beständigkeit gegenüber Ölen, Fetten und hydraulischen Medien verwendet. NBR weist eine Temperaturbeständigkeit von ca. −30 °C bis +120 °C auf.

Der wirtschaftliche Allrounder für mineralölbasierte Medien bei moderaten Temperaturen. Standardwerkstoff in vielen Hydraulik- und Pneumatiksystemen.

Vorteile

Hervorragende Mineralölbeständigkeit (Hydrauliköle, Kraftstoff)

Gute Beständigkeit ggü. Fetten und aliphatischen Kohlenwasserstoffen

Kostengünstig in der Herstellung

Gute mechanische Eigenschaften (Abriebfestigkeit)

Breite Verfügbarkeit und einfache Verarbeitung

Nachteile

Begrenzte Hitzebeständigkeit (max. ca. +120 °C Dauerbetrieb)

Schlechte Ozonbeständigkeit – Rissbildung möglich

Nicht geeignet für polare Lösungsmittel, Ketone, Ester

Geringe Flammbeständigkeit

Nicht für synthetische Hydraulikflüssigkeiten (z. B. Skydrol®) geeignet

FKM (Fluorkautschuk)

FKM (Fluorkautschuk) ist der Standard Elastomerwerkstoff für Dichtungen bei Rohrverschraubungen aus Edelstahl (1.4571). Vorteile ergeben sich insbesondere für Anwendungen mit hohen Temperaturen sowie aggressiven Medien und wird aufgrund seiner hohen Beständigkeit gegenüber Ölen, Kraftstoffen und Chemikalien verwendet. FKM weist eine Temperaturbeständigkeit von ca. −20 °C bis +200 °C auf.

Erste Wahl überall dort, wo Hitze, Chemikalienbeständigkeit oder Flammschutz gefordert sind – z. B. in Triebwerks- und Kraftstoffsystemen der Luftfahrt. Der höhere Preis ist durch die Leistungsmerkmale gerechtfertigt. Wesentlicher Schwachpunkt: eingeschränkte Tieftemperaturtauglichkeit (relevant bei Kaltstart-Szenarien).

Vorteile

Sehr hohe Hitzebeständigkeit (bis ca. +200 °C, kurzzeitig höher)

Ausgezeichnete chemische Beständigkeit (Kraftstoffe, Öle, Lösungsmittel)

Sehr gute Ozon-, Wetter- und UV-Beständigkeit

Hervorragende Flammbeständigkeit (selbstverlöschend)

Geeignet für synthetische Hydraulikflüssigkeiten

Nachteile

Deutlich höhere Kosten gegenüber NBR

Schlechte Tieftemperatureigenschaften (spröde unter ca. −20 °C)

Nicht beständig gegen Ketone, Amine und heiße Salzsäure

Aufwendigere Verarbeitung und Vulkanisation

Bei Verbrennung können giftige Fluorverbindungen entstehen

Oberflächenschutz

Zink-Nickel

Zink-Nickel bietet höchsten Korrosionsschutz, bevorzugt in der Luft- und Raumfahrt sowie im Automotive-Bereich. Höhere Prozesskosten rechtfertigen sich bei sicherheitskritischen Bauteilen.

Vorteile

Sehr hoher Korrosionsschutz (> 1000 h Salzsprühtest)

Geeignet für Luft- und Raumfahrt sowie Automotive

Temperaturbeständig bis ca. +230 °C

RoHS-konform, chrom(VI)-frei möglich

Gute Schichtdickentoleranz (8–25 µm)

Nachteile

Höhere Prozesskosten als Standardverzinkung

Komplexere Abwasserbehandlung erforderlich

Begrenzte Verfügbarkeit bei Lohnbeschichtern

Sprödigkeit bei hohen Schichtdicken möglich

Nicht geeignet für hohe mechanische Beanspruchung

Chrom (VI)-frei

Chrom (VI)-frei ist eine Umweltrechtlich zukunftssichere Alternative zu klassischen Chrom (VI)-Verfahren. Guter Korrosionsschutz für industrielle Serienanwendungen. Zunehmend gefordert durch REACH-Verordnung.

Vorteile

Verzicht auf CMR-Stoff Chrom(VI) – umweltverträglich

Erfüllt REACH- und RoHS-Anforderungen

Guter Korrosionsschutz (500–720 h Salzsprühtest)

Kombinierbar mit verschiedenen Passivierungen

Geeignet für Serienproduktion in der Industrie

Nachteile

Geringerer Korrosionsschutz als Zink-Nickel

Eingeschränkte Temperaturbeständigkeit (max. ~120 °C)

Teilweise höhere Kosten als konventionelles Chrom (VI)

Weniger bewährt in Extremanwendungen (Luft-/Raumfahrt)

Schichtqualität stark prozessabhängig

Phosphat

Phosphat ist eine Kosteneffiziente Grundierung für Lacke und Öle. Kein eigenständiger Korrosionsschutz – immer in Kombination mit Versiegelung einzusetzen. Geeignet für geschützte Innenbauteile und Gleitflächen.

Vorteile von Phosphat auf einen Blick

Hervorragende Haftgrundlage für Lacke und Öle

Sehr kostengünstig und weit verbreitet

Gute Öl- und Schmierstoffaufnahme

Geeignet als Einlaufschutz bei beweglichen Teilen

Umweltfreundlich (keine Schwermetalle bei Eisen-Phosphatierung)

Nachteile

Geringer eigenständiger Korrosionsschutz

Zwingend Nachbehandlung (Öl, Lack, Wachs) erforderlich

Begrenzte Temperaturbeständigkeit

Nicht geeignet für ungeschützte Außenanwendungen

Zink-Phosphat enthält umweltrelevante Schwermetalle

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